Testbericht: Gronest Stofftöpfe

Der Dude

Neben den klassischen Plastiktöpfen sind in letzter Zeit die neuartigen Stofftöpfe extrem beliebt geworden. Wir wollten es genauer wissen und haben die Gronest Stofftöpfe ausgiebig getestet. Ob sie wirklich besser sind als die Plastikvarianten, erfährt man in diesem ausgiebigen Testbericht.

Verarbeitung

Der Gronest Stofftopf ist sehr solide verarbeitet. Er besteht fast ausschließlich aus umweltfreundlichen Filz. Dieser Filzstoff wurde aus alten PET- und PP-Flaschen gewonnen. Vorteil von Filz ist, dass er nicht spröde werden kann und frostbeständig ist. Außerdem lässt er sich so leichter falten und verstauen.

Die Nähte des Stofftopfes sind aus UV- und säurebeständigem Polyester. Um weiter Stabilität zu erhalten wurde der Oberrand sowie alle anderen Nähte des Topfes doppelt genäht. Somit garantiert Gronest eine relativ lange Lebenszeit. Gronest gibt an, dass ein Stofftopf für etwa acht Grows reicht. Drei bis fünf Grows sollten bei jedem drin sein.

Zusätzlich besitzt der Gronest Stofftopf eine eigens entwickelte Aqua-Breathe-Schicht aus Textilstoff sowie Polyester-Fasern. Diese befindet sich an der Innenseite des Topfes und sorgt für zusätzliche Stabilität. Gleichzeitig fungiert sie auch als Regulator für Sauerstoff oder Wasser.

Aqua-Breathe-Schicht als Innenseite des Topfes

Ein weiterer Vorteil ist der moderate Preis. Selbst das größte Modell mit 75 Liter Fassungsvermögen kostet weniger als 10 Euro.

Handhabung

Gronest Stofftöpfe sind sehr benutzerfreundlich. Zwei Tragegriffe, links und rechts, ermöglichen einen einfachen Transport. Die Griffe halten laut Hersteller jeweils bis zu 30 Kilogramm. So kann man sie leicht hin und her schieben.

Stabiler Filzgriff

Durch den verwendeten Filz, kann man die Töpfe nach dem Gebrauch einfach zusammenfalten und platzsparend verstauen. Sie fassen sich weich an und sind sehr leicht. Sie können in der Waschmaschine gewaschen werden.

Ein weiterer Pluspunkt ist der breite Anwendungsbereich der Gronest Stofftöpfe. Ob man normal auf Erde growt oder doch zum hydroponischen Anbau tendiert ist ihm egal, er ist ein Alleskönner.

Durch das Aqua-Breathe-System lassen sich Fehler wie Staunässe vermeiden. Überschüssiges Wasser kann durch ein Loch in der Schicht, am Boden des Topfes austreten. Aber auch die Seitenwände sind leicht wasserdurchlässig.

Gleichzeitig gelangt aber auch genügend Sauerstoff zu den Wurzeln. Die Aqua-Breathe-Schicht ist quasi semipermeabel. Luft sowie Wasser sind praktisch klein genug und können ein- und austreten, die Erde jedoch, bleibt im Topf.

Dadurch bietet der Topf den Wurzeln eine höhere Sauerstoffversorgung. Nebeneffekt dessen ist, dass auch der Boden um einiges kühler bleibt und somit ein Wärmestau verhindert wird.

Diese durchlässige Topfwand ermöglicht es, die Wurzeln auf natürliche Art zu beschneiden. Wenn die Wurzelspitze durch die Filzschicht wächst, trifft sie auf Licht. Das Licht bescheidet quasi die Wurzeln. Nun hört die Wurzel jedoch nicht gleich auf zu wachsen, nein, der Stofftopf spielt hier seine Trumpfkarte.

Die Pflanze wird so stimuliert, dass unglaublich viele kleine neue Wurzelverzweigungen entstehen. Diese werden immer mehr und auch deutlich feiner als die Vorherigen. Eine ganze Armee von Feinwurzeln entsteht an der Stoffwand. Diese erstrecken sich später durch den gesamten Topf.

Damit es dazu kommt, sollte der Stofftopf etwas kleiner sein, als der vorher verwendete Plastiktopf. Ungefähr die Hälfte des Volumens reicht. Der Grund dafür ist simpel. Je eher die Plant die Stoffwand erreicht, desto eher beginnt sie mit der Bildung von Feinwurzeln. Und das ist ja schließlich der Hauptgrund, wieso man diese Art Topf wählt.

Durch die höhere Wurzelmasse kann die Plant nicht nur effektiver Nährstoffe aufnehmen, sondern diese auch schneller in Biomasse umsetzen. Das ist ein Vorteil gegenüber den Plastikkübeln. Diese leiden oft am Drehwurzeleffekt.

Der Drehwurzeleffekt sorgt dafür, dass die Grobwurzeln an der runden Topfwand entlang wachsen. Dabei bilden sie kaum Feinwurzeln aus und verbrauchen allgemein mehr Energie auf der Suche nach Nährstoffen.

Besonderheiten

Gronest Stofftöpfe verhalten sich anders als typische Plastiktöpfe. So wird die recht flexible Stoffwand beim Austopfen zu einem nervigen Begleiter.

Die Wurzeln verwachsen mit den Filzwänden, sodass man beim Herausheben ein Teil des Wurzelsystems beschädigen würde. Daher ist es ratsam, den Gronest nur als Endtopf zu verwenden. Für die Keimung und Anzucht empfehlen wir Air Pots.

Außerdem entsteht fast immer ein kleiner Spalt zwischen der Aqua-Breathe-Schicht und der Blumenerde, da die Wände recht flexibel sind. Beim Hantieren der Töpfe, beispielsweise zum Gießen, löst sich die Erde von den Beschichtung. Dadurch kann der Stofftopf seine Fähigkeit der Feinwurzelbildung nicht mehr richtig ausspielen.

Um dem entgegenzuwirken, sollte man beim Bepflanzen der Stofftöpfe immer genug Erde auffüllen. Am besten bis fast zur Oberkante. Wenn mit der Zeit erneut eine kleine Lücke entsteht, füllt man den Spalt einfach wieder mit Erde und drückt diese gut an.

Im Gegensatz dazu festigt sich die Mitte des Topfes am Stamm der Pflanze. Die Erdmasse wird leicht komprimiert. Darunter leiden nicht nur Mikroorganismen, auch der Boden kann nicht effizient arbeiten. Den Wurzeln mangelt es an Sauerstoff und das Wasser verteilt sich nicht mehr gleichmäßig. Ein leichtes Ziehen am Stamm der Plant lockert den Boden wieder auf.

Der entscheidende Nachteil eines Gronest Stofftopfes ist, dass das Gießen allgemein komplizierter wird. Beim optimistischen Bewässern tritt das Wasser durch die seitlichen Stoffwände aus.

Zusätzlich wachsen die Wurzeln etwas wilder, sodass sich die Wasseraufnahme etwas anders als in Plastiktöpfen verhält. Das Wasser kann zwischen den Feinwurzeln länger gehalten werden.

Zudem trocknet die seitliche Erde dank der Luftzirkulation deutlich schneller aus, als die Erde in der Mitte. Wer also stur nach Algorithmus gießt, wird bei Stofftöpfen keinen Erfolg haben.

Man sollte hier nach eigenem Empfinden gießen und dabei vor allem auf die Größe der Pflanze achten. Wichtig ist auch, dass man sehr langsam und gleichmäßig, sprich flächendeckend gießt. Ich habe die Seitenwände zusätzlich mit Wasser besprüht, nachdem ich gegossen habe, um die Feuchtigkeit länger im Topf zu halten.

Es ist hilfreich eine Auffangwanne beim Gießen zu verwenden. So kann die Pflanze daraus Wasser ziehen. Der Filz hilft dabei. Dieser saugt sich nämlich voll und reicht dann die Feuchtigkeit an den Boden weiter.

Für mich hat es sich bewährt lieber etwas öfter (alle 2-3 Tage) kleine Mengen zu gießen.

Grow Ergebnis

Ich hatte die Möglichkeit den Gronest Stofftopf auf Herz und Niere zu testen. Was mir zu Beginn gleich aufgefallen ist, ist das etwas gedrosselte Wachstum der Pflanzen in den ersten Wochen. Es gab einen deutlichen Unterschied im Vergleich zu denen, die in den Plastiktöpfen wuchsen.

Statt sich zu strecken, blieben die Pflanzen vorerst kleiner. Auch die Internodien-Abstände sind deutlich geringer als in den Plastikkübeln. Für mich war das jedoch kein Nachteil, da sich die verlorene Höhe am Ende relativierte. Was an Höhe fehlte, glichen sie mit ihrem Ertrag wieder aus. Der kürzere Abstand der Nodien ist bei einem ScroG sogar recht hilfreich.

Insgesamt gesehen wirken Pflanzen im Gronest Stofftop auf mich einfach glücklicher und gesünder. Sie brauchten kaum Hilfe von außen und sahen „leckerer“ aus. Die Farbe der Blätter war knackiger und der Stamm um einiges dicker. Zudem musste ich weniger düngen.

Im direkten Vergleich mit Plastiktöpfen erzielte ich daher bis zu 15 % mehr Ertrag pro Pflanze. Das ist, wie ich finde, ein ganz passabler Vorteil, den ich auch weiterhin für mich nutzen werde.

Viel interessanter war, was sich unter der Erde abgespielt hat. Nach der Ernte verglich ich die Wurzelstrukturen des Stoff- und des Plastiktopfs. Schnell fiel mir auf, dass die Wurzelmasse im Gronest fast doppelt so hoch war.

Unzählige kleine und feine Wurzelspitzen schoben sich durch die gesamte Erde. Durch diese zahllosen Feinwurzeln erhöht sich die Oberfläche zur Nährstoff- und Wasseraufnahme enorm. Die Wurzeln sind schließlich der Motor jeder Pflanze.

Fazit

Die Gronest Stofftöpfe haben mich vor allem durch ihre sehr hochwertige Verarbeitung überzeugt. Egal ob draußen oder drinnen, der Gronest erledigt seinen Job. Die Wurzelmasse maximiert sich und der Ertrag ist auch spürbar höher. Außerdem ist es nie verkehrt auf Plastik zu verzichten.

Durch die kleinere Topfwahl spart man sich zudem den ein oder anderen Liter Erde. Wer also eine kleine Anbaufläche nutzt, könnte nun mehr Pflanzen bewirtschaften. Oder man spart sich das Schleppen von Unmengen an Growerde.

Der einzige Wermutstropfen jedoch, ist das erschwerte Gießen der Pflanze. Der Wasserverbrauch der Plant variiert stark. Das macht den Gronest Stofftopf für Anfänger eher ungeeignet. Auch alte Hasen werden ein wenig experimentieren müssen, um den Dreh richtig raus zu haben.

Daher sind Stofftöpfe der ideale Begleiter für Grower, die schon ein wenig Erfahrung im Umgang mit Cannabis besitzen. Vor allem für solche, die ihren Ertrag auf biologische Weise steigern wollen.

Ein natürlicheres und gesünderes zu Hause für Plants gibt es nicht. Wer also etwas Geduld beim Gießen mitbringt, wird diese Töpfe nicht mehr missen wollen. 

High End
Gronest Stofftopf, 11L
Gronest Stofftopf, 11L
von Gronest
€ 2,95 bei Grow-Shop24.de

Ideale Endtöpfe für Cannabis Indoor Anbau. Verhindert Staunässe und verbessert Sauerstoffversorgung der Wurzeln. Ideal für Growboxen mit 180cm Höhe. Bei 200cm Höhe zu der 15L Variante greifen.

Varianten
Vor- & Nachteile
  • Sehr niedriges Gewicht
  • Mehr Kühlung für die Erde
  • umweltfreundlich
  • verbesserte Wurzelbildung
  • optimale Sauerstoffversorgung
  • Erde trocknet schneller aus
  • Gießen etwas aufwendig
  • Begrenzte Haltbarkeit
  • Können etwas riechen
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Kommentare

  1. Hallo Liebe Growgemeinde,

    ich bin Anfänger und abe direkt mit diesen Töpfen angefangen, was mir aufgefallen ist, ich muss auf jeden Fall in kürzeren Abständen gießen als das „Forum“ und Freunde mir empfohlen haben.

    Wenn man die Pflanze nicht stressen will habe ich meine 11 Liter Gronestöpfe alle 4 - 5 Tage gegossen. Eher nach 4 Tagen, 5 Tage war schon an der Grenze m.E. … Ferne hatte ich auch über den Grow das Gefühl, dass ich mehr Liter Erde als 11 Liter drin habe (das natrülich davon, dass ich da auch etwas mehr reingepackt habe) somit haben mein 10 Liter Gießwasser auch nicht immer gereicht, bis ich den Drain gesehen habe … Alles im allem bin ich aber super zufrieden. Mit der Gewichtsmethode konnte ich ein gutes Gefühl dafür bekommen.

    LG an alle

  2. Guter Bericht, danke! Die Teile haben mich schon länger interessiert. Bin erstaunt, wie günstig die sind. Wär echt mal nen Versuch wert.

    Hier habe ich einen Widerspruch bemerkt:

    Letztlich sind es also auch Plastiktöpfe, aber immerhin Recycling …

    Hier ist irgendwie ein Absatz kaputt:

    Achja, und Nieren treten (nahezu) immer im Plural auf :wink:

    Hoffe, das kommt nicht zu Klugscheißermäßig rüber. Mir gehts nur ums Feilen am Text (korrekturlesen ist Teil meines Jobs, ich kann nicht anders ;))

    Grüße

  3. ich lese immer von „airpods“, hat sich das so etabliert oder schaut sich jeder vom anderen nen Schreibfehler ab? Ich dachte immer die heißen „airpots“.

    Hier noch eine Bildspende zu den Gronest Pötten, gezogen vom Keimling an ohne umtopfen, passt evtl mit in den Artikel.

  4. Japp, finde den Testbericht auch hervorragend … bis auf zwei Kleinigkeiten:

    Diese Aussage ist m.E. sehr irritierend!
    Der Boden der Gronest Pötte ist aus einem Guß und hat lediglich nicht diesen „Membran-Stoff“ wie an den Seiten und ist dadurch wesentlich durchlässiger.
    Aber ein Loch ist da nicht!

    Auch das kann ich NICHT bestätigen !!!
    Ich gieße sehr langsam und da kommtn kein Tropfen aus den Seitenwänden gequollen.
    Dieses Manko trifft eher auf Airpots zu.

    Erst wenn sich das Wasser seinen Weg durchs Medium gesucht hat, tritt es als Drain am Boden heraus.

    Die benannte begrenzte Haltbarkeit, kann ich weder bestätigen, noch dementieren, da ich bisher nicht ausreichend Grows damit durchgeführt habe. Ich wage aber zu bezweifeln, dass die Pötte nach 5 Durchgängen die Grätsche machen.

  5. Ok, vllt hab ich mich da ungünstig ausgedrückt - durch die fehlende airbreathe-schicht am boden kann das überschüssige wasser leichter austreten. Am besten sieht man das, wenn man die pötte auf ein kleines metallgerüst stellt.
    Und ich gieße halt reichlich, da kommt es mal vor, dass auch außen wasser austritt.
    Achso und zu haltbarkeit - mach mit den dingern 4 echte scrogs und du wirst sehen wie die danach aussehen. Die funktion ist zwar nicht eingeschränkt, aber das optische lässt zu wünschen übrig. Auch nach dem waschen find ich, dass die teile leicht modrig sind und stinken. Bei mir ist das dennoch nicht schlimm - was innen nicht mehr geht kommt halt raus
    Ps.: vielen dank für die hinweise, versuche das noch unterzubringen :slight_smile:

  6. Kollege @anon89978231 machte hier noch auf das Mikroplastik-Problem im Zusammenhang mit PET-Filz bzw. Fleece aufmerksam. Das sollte in der Gesamtbilanz bei diesen Töpfen auch mit beachtet werden!

  7. :woozy_face: Iiih… Schweißfusselfüße… :sweat_smile::v:t3:

  8. Die besten Socken sind gar keine Socken :slight_smile: …ich ziehe schon seit ein paar Jahren keine mehr an …Sommer wie Winter. :laughing:

    Schwarzfußindianergrüße :v:

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